Presseerklärung
Courage
zeigen - aufrecht gehen - nicht im Gleichschritt marschieren
Anläßlich der heute in Erfurt veranstalteten
Demonstration unter dem Motto „Courage zeigen- aufrecht gehen- nicht im
Gleichschritt marschieren“ zu der viele Einzelpersonen, sowie Menschen aus
autonome Antifa-Gruppen, Gewerkschaften, Organisationen und Parteien aufgerufen
hatten, erklärt eine Sprecherin des Aufruferkreises:
Die Demonstration war ein großer Erfolg.
2000 Menschen waren auf der Straße um zu zeigen, daß sie Rassismus,
Nationalismus und Neofaschismus ihren entschiedenen Widerstand entgegenzusetzen.
Wir wollten deutlich machen, daß es in Thüringen ein lokales Problem mit
Neofaschismus – insbesondere mit der NPD, dem Thüringer Heimatschutz und der
rechten Skinheadszene gibt. Das ist kein importiertes Problem: Viele Menschen
sehen das, die selbst aktiv werden wollen. Anstatt die eigene Verantwortung für
Demokratie und Gleichheit engagiert aufzustehen an Institutionen abzugeben,
wollen wir für das Eingreifen plädieren: Wir hoffen, daß bei einer nächsten
Demonstration viele wieder dabei sein werden, die heute vielleicht zum ersten
mal gesagt haben: Nein! Die Demonstration hat deutlich gemacht, dass wir
entschieden gegen Angriffe auf diejenigen, die sich der rechten Mobilisierung
entgegenstellen, stehen. Am 26.2. haben sich spontan 200 Menschen den Nazis in
den Weg gestellt. Wer diese mit Neofaschisten und Neofaschistinnen gleichsetzt
zeigt, dass es ihm/ihr nicht um einen Kampf gegen Neofaschismus,
Nationalismus und Rassismus geht. Mehrere
Redner und Rednerinnen machten deutlich, dass neofaschistische Orientierungen
ihren Ausgangspunkt in der politischen Mitte haben und dass deshalb auch die
Ausländergesetze in den Fokus der Kritik gehören.
Die heutige Demonstration kann nur ein
erstes Zeichen sein dafür, daß wir, wie auch in Österreich Tausende gegen eine
rechte Regierung protestieren, hier in Thüringen die alten und neuen Nazis
nicht marschieren lassen, sondern Courage zeigen.
Stand 02.04.2000