Deutschland braucht wieder einen 8. Mai!

 

 

Der 8. Mai ´45, Deutschland kapituliert, Deutschland hat den 2.Weltkrieg verloren, Deutschland ist vom Faschismus befreit worden.

So und so ähnlich wird es gesagt und ist es auch gewesen. Zumindest bis auf letzteres, denn tatsächlich befreit wurde es nicht. Die Faschisten hatten zwar die Führung über Deutschland verloren, aber weg waren die Nazis trotz der Nürnberger Prozesse trotzdem nicht.

Es wäre für das neue, das “demokratische rechtsstaatliche Deutschland” auch fatal gewesen , wenn da nicht ein paar erfahrene Veteranen mit geholfen hätten. Schließlich wußten sie ja wie ein Staat aufgebaut wird. Dieser neue Staat sollte nicht so radikal sein, dennoch  beruhte er auf ähnlichen Prinzipien.

Und ein paar erfahrene Leute mußten den Laden ja schmeißen können. Schließlich wurden nach dem Krieg Naziverbrecher wieder in Aufgabenbereichen aktiv die sie vor dem 8. Mai ´45 schon besetzt hatten. So wurden aus Nazirichtern, die Leute ins KZ schickten oder Todesurteile vollstrecken ließen, Richter, Staatsanwälte, Anwälte, die wieder über das Leben anderer Menschen urteilen konnten. Aus SS-Offizieren und Wehrmachtsgenerälen wurden die Urväter der Bundeswehr und des MAD sowie Befehlshaber von NATO Streitkräften. Hitlers Diplomaten und Militärstrategen wurden zu Botschaftern ernannt.

Aus Gestapokadern wurde der BND und die Polizei zur Sicherung des dt. Staates  aufgebaut.

Kurz: Aus alten Nazis wurden hoffähige Diplomaten, Militärs, Geheimdienstler, Richter und Minister auf Bundes und vor allem Länderebene. Und in dieser Tradition wurde ein Staat geschaffen, der nun, mehr als 60 Jahre nach dem Ende der faschistischen Herrschaft, wieder in diese Richtung zu rutschen droht. So begannen Nazis aus den alten Bundesländern während der sogenannten Wiedervereinigung damit, Menschen aus den neuen Bundesländern für ihre Ideen zu gewinnen, und sie stießen dabei auf viel Zustimmung besonders bei jungen Leuten. Diese ließen sich zum Spielball für den momentanen gesellschaftlichen Konsens machen. Und so kam es knapp 2 Jahre nach der Wiedervereinigung zu den ersten Bildern, die wieder um die Welt gingen, Bilder, die an das 3. Reich erinnern. Nazis, die Häuser mitsamt den dort wohnenden Menschen anzündeten - und die Bevölkerung schaut zu und jubelt.  Diese Bilder waren für Deutschland außenpolitisch nicht sehr günstig. Wurden sie innenpolitisch – und erst recht außenpolitisch – doch voll ausgeschlachtet. Die Konsequenz war: wo keine Asylbewerber, keine unerwünschten Menschen sind, da gibt es auch keine Überfälle, keinen Rassismus. Die de-facto-Abschaffung des Asylrechtes und die generelle Verschärfung der AusländerInnengesetzgebung trägt diesem gesellschaftlichen Rechtsruck Rechnung. Im Laufe der letzten zehn Jahre ist der gesellschaftliche Konsens immer weiter und immer schneller nach rechts gerückt. Die CSU übernimmt mittlerweile die Positionen von REPs und DVU, die damit Wahlwerbung betreiben. Die CDU kann dem natürlich nicht nachstehen und rutscht ebenfalls mehrere Schritte weiter nach rechts. Die SPD, die vor vielen Jahrzehnten einmal sozialdemokratisch und vielleicht auch linksliberal war, gibt diese Position auf, um der CDU die Wähler abzunehmen und natürlich um die Wirtschaft bei Laune zu halten. Das heißt dann die Neue Mitte.

Das Problem des offenen Neofaschismus ist die momentane akute Gefahr auf der Straße. Eine große politische Bedeutung werden die DVU, die NPD, die REPs und wie sie alle heißen, nicht bekommen können, da ihre Positionen in den etablierten Parteien integriert werden – und damit auch wieder ihr Wählerpotential. Diese politische Entwicklung wird besonders durch eine SPD und das Bündnis 90/ Die Grünen mit vorangetrieben, da sie ihre Positionen als Linksparteien aufgegeben haben und sie mittlerweile  Parteien der bürgerlichen Mitte sind. Der politische Rechtsruck wurde von ihnen mehr vorangetrieben als dies die etablierten Rechtsparteien CDU, CSU hätten tun können, da deren Politik schon immer rechtskonserativ war.

Alibifunktionen für die sogenannte rot-grüne Regierung muß ausgerechnet der erste deutsche Angriffskrieg seit dem Ende des zweiten Weltkrieges übernehmen: Es gilt die Menschenrechte zu verteidigen, den serbischen Faschismus zu zerschlagen und den Bau von KZs zu verhindern. Das möchte uns zumindest die Regierung glauben machen. Aber wer hat schon die Beweise für die KZs im Kosovo gesehen, die Herr Scharping zu besitzen behauptet? Seit wann ist jeder kleine Diktator der Schöpfer seines eigenen Faschismus´? Dann ist ein großer Teil der NATO-Verbündeten ein Fall für den NATO-Terror, wie er in Jugoslawien gegen die Menschen ausgeübt wird. Was ist mit der Türkei, Indonesien, Nigeria, Kroatien? Natürlich muß “irgendwo” mal angefangen werden, gegen die Unmenschlichkeit von Diktaturen und Regierungen anzugehen. Aber mit Unmenschlichkeit ist Menschlichkeit nicht zu erreichen! Erst die Angriffe der NATO haben massiv Opfer in Jugoslawien gefordert. Und ein Holocaust am albanischen Volk, wie ihn Herr Fischer gesehen haben will, kann nicht mehr sein als ein makaberer Scherz – oder ein Versuch, die deutsche Vergangenheit zu relativieren! Ganz im Sinne von Martin Walser, der in deutschen Amtsstuben wohl auf große Begeisterung und Zustimmung gestoßen sein dürfte. Ein Holocaust erfordert keine Vertreibungen, sondern Massenmorde. Die kann zum einen niemand beweisen, zum anderen sprechen die Flüchtlingszahlen dagegen. Sollte Milosevic ein Interesse an der Ausrottung der Kosovo-Albaner haben, würde er sie kaum ziehen lassen.

Ein Volk jedoch, das allein 6 Millionen jüdische Menschen und millionenfache Vertreibung auf dem Gewissen hat, hat jedoch keinerlei Recht, sich zum Retter der Menschlichkeit aufzuspielen. Erst recht nicht, wenn eben dieses deutsche Volk dank seiner “Volksvertreter” den Nationalismus in eine Ecke der Welt getragen hat, in der dieser nur eine geringe Rolle spielte: nach Jugoslawien. Erst die deutsche Unterstützung hat den kroatischen und slowenischen Nationalismus zu einer hell leuchtenden Kriegsfackel entzündet. Bosnien.Herzegowina mußte folgen. Und jetzt eben Kosovo. Nicht allein diplomatische Unterstützung seitens Deutschland gab es, die NATO-Partner, innenpolitisch auch nicht gerade zimperlich in Sachen Menschenrechte, leisten ebenfalls ihren Beitrag, um ihre Ziele zu erreichen. Viel wichtiger sind für uns aber die deutschen Waffen, die auch hier wieder ihren Dienst verrichten dürfen.

Jugoslawien stand für ein Beispiel eines funktionierenden multiethnischen Staates, auch wenn die Staatsführung nicht unbedingt nett und freundlich zu ihrer Opposition war und ist. Aber seit wann dürfen die Deutschen die Maßstäbe anlegen? Die Repression hierzulande bedient sich wesentlich wirksamerer Mittel. Protest wird hier gerne unterdrückt, verboten, zerschlagen, isoliert. Folter ist auch in deutschen Polizeistellen nicht unüblich. Illegale Maßnahmen werden nach einer gewissen Zeit einfach per Gesetz legalisiert. Denunzination gehört zur Tagesordnung. Die Gesetzgebung basiert auf völkisch-nationalistischen und rassistischen Ressentiments. Wer deutsch sein darf, bestimmt die Stammtischfraktion. Nicht Integration, sondern Assimilation ist das Ziel: die totale Anpassung. Ist eine Assimilation nicht erwünscht oder auch sonst nicht möglich, wird abgeschoben. Deswegen mußte Jugoslawien sterbien! Kroatien als deutscher Exportartikel und willkommener Bündnispartner ist das Ziel: ein profaschistischer, fast ethnisch reiner Nationalstaat.

Deshalb ist auch die sogenannte Albanische Befreiungsarmee herzlich willkommen – schließlich ist auch deren Ziel ein ethnisch reiner Staat. Nächstes Ziel könnte die jugoslawische Provinz Wojwodina sein, auf die ein ehemaliger ungarischer Ministerpräsident ausgerechnet in Hamburg Anspruch erhob – wo sonst?

Das Grundübel war, ist und bleibt Deutschland und der Nationalismus. Wir brauchen wieder einen 8. Mai – einen Tag der Befreiung.                                                      

 

Einige antinationalistische Antifas aus Jena

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